Gegen das Vergessen

Mit der Initiative „Gegen das Vergessen“ schafft die DGVS einen Erinnerungsort für die jüdischen Mitglieder, die während der Nazi-Diktatur aus der Fachgesellschaft ausgeschlossen, entrechtet, verfolgt, zur Flucht gezwungen oder in Konzentrationslager deportiert wurden. Damit wir sie und ihre Lebenswege und vielfältigen Beiträge nicht vergessen. Damit es sich nicht wiederholt.

Erinnerung an die jüdischen Mitglieder der DGVS

In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts legten unsere ärztlichen Kolleg*innen den Grundstein für die moderne Medizin. Wichtige biochemische Prozesse wurden aufgedeckt, Hilfsmittel wie die Strauß-Kanüle oder das flexible Endoskop entwickelt und das Fachgebiet Gastroenterologie gegründet. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten beginnt die systematische Entrechtung. Jüdische Ärzte und Ärztinnen werden boykottiert und entlassen, verlieren ihre Kassenzulassung und 1938 ihre Approbation, sie werden zu Krankenbehandlern degradiert. Bereits 1933 werden die jüdischen Kolleg*innen aus unserer Fachgesellschaft ausgeschlossen. Wer konnte und die nötigen Kontakte ins Ausland hatte, versuchte die Flucht. Zahlreiche wurden deportiert, ermordet oder nahmen sich das Leben.

Unser Projekt Gegen das Vergessen und die gleichnamige Webseite (www.dgvs-gegen-das-vergessen.de), die inzwischen mehr als 160 Biografien enthält, widmet sich diesen Kolleg*innen. Angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen stehen wir in der Verantwortung, uns die Bedeutung von Toleranz, Mitmenschlichkeit und Vielfalt immer neu ins Bewusstsein zu rufen.

Auszüge aus einem Interview mit Dr. med. Harro Jenss

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Jenss, Harro DGVS

Dr. med. Harro Jenss

Ehrenamtlicher Archivar der DGVS

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Dr. med. Cornelie Haag

Dresden

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Prof. Dr. med. Irmtraut Koop

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PD Dr. med. Petra Lynen Jansen

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