JUGA Preceptorship

JUGA Preceptorship Gastrointestinale Onkologie

 

Das neue Preceptorship Gastrointestinale Onkologie findet am 4. und 5. November 2024 in der II. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Mannheim in Kooperation mit dem DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) und dem EMBL (Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie) in Heidelberg unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. M. Ebert statt.

Onkologische Krankheiten im GI-Trakt sind weltweit weit verbreitet und in der Inzidenz eher zunehmend. Jeder von uns ist in seiner täglichen Praxis mit onkologischen Patienten konfrontiert, da die Onkologie fester Bestandteil der Gastroenterologie ist. Forschung und Entwicklung in diesem Bereich schreiten immer schneller voran. Doch wie den Überblick behalten über neue Leitlinien, Vorgehensweisen und Therapien? Wenn du gerne GI-Onkologie am Puls der Zeit erleben möchtest und Inspiration für deine tägliche Arbeit mit onkologischen Patienten erhalten möchtest, dann bewirb dich für unser neues Preceptorship, das dir die einmalige Gelegenheit bietet, in einem führenden Zentrum für GI-Onkologie zu hospitieren und auch das DKFZ und das EMBL Heidelberg zu besuchen.

Die Teilnahme ist kostenlos und auch die Übernachtungskosten (1 Nacht) werden von der DGVS übernommen.

Du befindest Dich in fortgeschrittener oder abgeschlossener Weiterbildung zum Gastroenterologen oder zur Gastroenterologin? Wir freuen uns auf Deine Bewerbung mit Motivationsschreiben und Lebenslauf an juga@dgvs.de bis zum 31. Juli 2024.

JUGA Preceptorship: Unsere Rückblicke

2024

JUGA Preceptorship Gastroenterologische Motilitätsstörungen in Hamburg

Am 27. und 28. Mai 2024 wurden sechs junge Gastroenterolog*innen aus ganz Deutschland (Aachen, Berlin, Hannover, Ulm) im Israelitischen Krankenhaus herzlich zum JUGA Preceptorship von Frau PD Dr. Jutta Keller und ihrem Team empfangen. Das diesjährige Programm widmete sich den gastrointestinalen Motilitätsstörungen und dafür gibt es keinen geeigneteren Ort als die gastroenterologische Tagesklinik des Israelitischen Krankenhauses. Diese in Deutschland einzigartige Einrichtung ist auf hochspezialisierte Funktionsdiagnostik für Patient*innen mit chronischen abdominellen Beschwerden ausgelegt.

Es wird ein breites Spektrum an H2- sowie 13C-Atemtests zur Detektion von Kohlenhydratunverträglichkeiten, Magenentleerungsstörungen und zur Bestimmung der Lipaseaktivität angeboten. Zur Diagnostik von Motilitätsstörungen bietet die Tagesklinik Ösophagus-, Dünndarm-, Kolon- sowie anorektale Manometrien an, sodass es keinen Abschnitt des Gastrointestinaltraktes gibt, den das Team um Frau PD Dr. Jutta Keller nicht manometrieren könnte. Dünndarm- und Kolonmanometrien sind hier keine Seltenheit, die Nachfrage ist groß und die Diagnostik wird wöchentlich angeboten. Ein Highlight war die endoskopisch gestützte Anlage einer Dünndarmmanometriesonde durch Dr. Dorothea Jaspers bei einem Patienten mit diabetischer Gastroparese. Selbstverständlich werden pH-Metrien mit Impedanzmessungen zur Diagnostik und Therapie von Refluxbeschwerden ebenfalls in diesem Haus durchgeführt.

Beeindruckt waren wir von dem Erfindergeist und den Koch- und Bastelkünsten des Teams. Die Mahlzeit für den 13C-Oktansäuretest wird jeden Morgen eigens vorbereitet, indem die 13C-Oktansäure vor der Zubereitung in das Eigelb pipettiert wird. Der Ballonexpulsionstest für die anorektale Manometrie ist eine Eigenproduktion des Hauses, bestehend aus Fingerling, Dreiwegehahn und Gewichten. Insgesamt wird in der Abteilung viel Wert auf die Wiederverwendung von Materialien nach entsprechender Aufbereitung gelegt, ganz im Sinne des Aufrufs zur Nachhaltigkeit „Green Endoscopy“.

Der Vortrag von Dr. Janek Luttermann über gastrointestinale Motilitätsstörungen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises verdeutlichte eindrucksvoll, dass Motilitätsstörungen mit zahlreichen internistischen Erkrankungen vergesellschaftet sein können und bei der Anamnese mehr Beachtung finden sowie einer entsprechenden Diagnostik zugeführt werden sollten.

Die zwei Tage unter der Leitung von Frau PD Dr. Jutta Keller waren horizonterweiternd. Es herrschte ein reger Austausch unter den Teilnehmer*innen sowie den Dozierenden, der durch ein gemeinsames Abendessen in entspannter Atmosphäre gefördert wurde. Ein wiederkehrendes Thema war, dass die gastroenterologische Funktionsdiagnostik aus verschiedenen Gründen zu Unrecht stiefmütterlich behandelt wird und während des Studiums sowie in der Weiterbildung kaum thematisiert wird. Erwähnenswert ist auch, dass es in Deutschland keinen Lehrstuhl für Neurogastroenterologie gibt. Es gibt eine erhebliche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, erkennbar an den langen Wartezeiten auf einen Termin und dem hohen Leidensdruck der Patienten. Dabei gäbe es für viele von ihnen therapeutische Optionen, was eine entsprechende Diagnostik voraussetzt.

Das Programm hat uns überzeugt, dass die gastroenterologische Funktionsdiagnostik einen viel höheren Stellenwert verdient. Nicht nur, weil die Nachfrage seitens der Patienten groß ist, sondern auch, weil uns durch das enthusiastische Team um Frau PD Dr. Jutta Keller bewusst geworden ist, wie komplex und faszinierend die Neurogastroenterologie ist und wie viel Spaß die häufig geforderte detektivische Hartnäckigkeit machen kann.

Wir bedanken uns herzlich für die Organisation durch die JUGA, das Engagement von Frau PD Dr. Jutta Keller und die Gastfreundschaft von Prof. Dr. Arlt und dem Israelitischen Krankenhaus.

Ein Beitrag von Ingrid Wei Zhang, Berlin

Teilnehmer*innen:

Karim Hamesch, Aachen; Melanie Regler, Amberg; Neele Stöckmann, Blaustein; Thomas Vasilakis, Blaustein; Miriam Wiestler, Hannover; Ingrid W. Zhang, Berlin

 

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Dr. med. Sophie Schlosser-Hupf

Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I
Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg

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